Veröffentlicht am 24. April 2019 von Redaktion

Ruhrgebietskonferenz Pflege: Warum wir sie jetzt so dringend brauchen...

1. Wer steckt hinter der Ruhrgebietskonferenz Pflege?

Roland Weigel, Unternehmensberater und Strategieentwickler, Geschäftsführer der Konkret Consult Ruhr (KCR), Koordinator der Ruhrgebietskonferenz Pflege:

Die Ruhrgebietskonferenz Pflege wurde im Dezember 2018 gegründet mit dem Ziel, das Image der Pflege im Ruhrgebiet und die Rahmenbedingungen für Pflege im Ruhrgebiet zu verbessern. Innerhalb weniger Wochen schlossen sich 40 Pflegeunternehmen mit mehr als 20.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten dieser Idee an. Für die Koordination und die Kommunikation sind Roland Weigel, Geschäftsführer der Konkret Consult Ruhr (KCR) in Gelsenkirchen, und die Redakteurin Susanne Schübel, Geschäftsführerin des Journalisten Büros Herne, verantwortlich.

Wer hier mitmacht, fühlt sich dem Ruhrgebiet in besonderer Weise verbunden und ist gleichzeitig in hohem Maße engagiert, qualitativ hochwertige Angebote für Menschen im Alter zu schaffen. Alle Beteiligten sind sich einig darin, dass sie von einigen Entwicklungen in der Pflegebranche, von einigen politischen Rahmenbedingungen und von der aus Sicht der Praktiker völlig falschen öffentlichen und medialen Außensicht auf die Pflege die Nase gestrichen voll haben. Mit unserem Ansatz, der Pflege eine selbstbewusste, klare und öffentlich vernehmbare Stimme zu geben, die über die Leistungsfähigkeit, das Innovationspotenzial und die Entwicklungschancen der Pflege spricht, haben wir eine Stimmung getroffen.

Das Netzwerk ist politisch und finanziell unabhängig. Wir arbeiten träger-, verbands- und sektorenübergreifend zusammen. Dabei vereinen wir ganz bewusst privatgewerbliche und freigemeinnützige Unternehmen der Pflege unter einem Dach.

Unser Netzwerk steht für die vielfältige, bunte Versorgungslandschaft im Ruhrgebiet: Dazu gehören ambulante Träger, stationäre Träger, Träger von ambulant begleiteten Wohngemeinschaften, Träger von Kurzzeit- und Tagespflegeangeboten, Träger von Quartierskonzepten.  Wir sagen: Die Zeit der Spaltung muss vorbei sein. Wir wollen eine starke Lobby für die Pflege im Ruhrgebiet aufbauen. Es gibt keine evangelische, keine katholische, keine privatgewerbliche Dekubitusprophylaxe, es gibt nur eine pflegefachlich professionelle Pflegequalität. Diese entsteht in Unternehmen, Einrichtungen und Diensten, in denen gut bezahlte, gut fort- und weitergebildete und damit gut motivierte Mitarbeitende ihre Arbeit machen können.

Keiner unserer Mitstreiter ist Teil eines Hedgefonds oder dem Shareholder Value verpflichtet. Kein Unternehmen verfolgt das Ziel, mehr als 10 Prozent Rendite einzustecken und den Gewinn auf Konten auf den Cayman Islands verschwinden zu lassen.

2. Wie kam es zur Gründung der Ruhrgebietskonferenz Pflege?

Ulrich Christofczik, Geschäftsführer Evangelisches Christopheruswerk e.V., Duisburg und Sprecher der Ruhrgebietskonferenz Pflege

Die Initialzündung für diese Initiative war – wie so oft – der Ärger. Damit meine ich den Ärger über die von der Landesregierung zu Beginn der Legislaturperiode ausgerufene Ruhrkonferenz Pflege. Nicht die Idee, sich auf einer Konferenz über die Zukunft des Ruhrgebiets Gedanken zu machen, hat uns geärgert, sondern die Form der Bekanntgabe, die aus unserer Sicht fehlende Teilhabe der Praktiker und die mangelhafte Transparenz, wer was macht.

Im Fokus stehen wieder einmal scheinbar populäre Themen wie Digitalisierung, Bekämpfung der Clan-Kriminalität, Migration und innere Sicherheit. Das Thema Demografischer Wandel und die Schaffung einer angemessenen, bedarfsorientierten Pflegestruktur sind aus unserer Sicht wieder nur Randthemen. Verstärkt wird der Unmut durch die aus unserer Sicht vorherrschende Intransparenz, wer da eigentlich mit wem über was spricht. Nach unseren Recherchen wurde keines der mehr als 40 Mitgliedsunternehmen der Ruhrgebietskonferenz Pflege überhaupt angesprochen. Wir lesen von Gesprächen mit 60 Experten im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, aber wer da als Experte sprechen darf, ist uns unbekannt.

Wir befürchten deswegen, dass sich die Ruhrkonferenz zumindest zum Thema Pflege und Herausforderungen des Demografischen Wandels einreiht in die üblichen substanzlosen landespolitischen Marketing- und Blabla-Veranstaltungen der vergangenen Jahre zum Thema Heimat und Quartier. Und wir haben uns gesagt: Wenn wir schon nicht gefragt werden, wollen wir wenigstens Antworten geben – als Arbeitgeber in dieser Zukunftsbranche haben wir viel zu sagen und zu bieten. Das war der Gründungsimpuls – und der hat gezündet.

3. Warum hebt das Netzwerk so stark auf das Ruhrgebiet ab? Was ist in dieser Region anders als anderswo?

Silke Gerling, Diakoniewerk Essen und Sprecherin der Ruhrgebietskonferenz Pflege

Das Ruhrgebiet ist eine Metropolenregion, ein Ballungsraum mit der dichtesten Besiedelung in ganz Deutschland. Trotzdem ist es in vielen strukturellen Bereichen geradezu absurd aufgeteilt – man schaue sich nur den öffentlichen Nahverkehr an. Das gleiche gilt für die beiden Landschaftsverbände, die das soziale Geschehen im Ruhrgebiet prägen – den LV Westfalen-Lippe und den LV Rheinland, die in Bezug auf die Pflege völlig unterschiedlich agieren und entscheiden. Man kann sagen: Sie vertreten geradezu zwei unterschiedliche Welten. Die Trennungslinie verläuft mitten durchs Ruhrgebiet. Das Ruhrgebiet ist außerdem aufgeteilt in drei Regierungsbezirke: Arnsberg, Münster und Düsseldorf. Das macht für revierweit agierende Pflegeunternehmen und Träger die Arbeit sehr schwer.

Parallel dazu liegt jede dritte arme Kommune im Ruhrgebiet, zum Beispiel Gelsenkirchen, Herne, Oberhausen. Die Zahl der SGBII-Empfänger ist enorm hoch, viele Familien leben an der Grenze zur Armut. Gleichzeitig werden die Kommunen durch die Zunahme der Pflegekosten im Zuge des demografischen Wandels immer stärker belastet, obwohl ihre Kassen ohnehin leer sind.

Um das Ruhrgebiet als lebenswerte Region zu erhalten, brauchen wir eine gut vernetzte und auf die Bedarfe der Menschen ausgerichtete Pflege- und Betreuungskultur. Gute Pflege integriert. Gute Pflege verhindert Ausgrenzung. Sie kann mit dafür sorgen, dass Menschen nicht abgehängt werden und dass sie trotz Hilfe- und Unterstützungsbedarf am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben teilhaben können.

Gesundheit und Pflege sind in der Metropolregion ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und ein bedeutender Arbeitgeber. Gleichzeitig sind wir ein Innovationstreiber im Ruhrgebiet. Es muss verstärkt gelingen, mehr über die Wirtschafts- und Innovationskraft der Pflege im Ruhrgebiet zu berichten. Sie hat es verdient. Man muss sie nur lassen.

4. Die Ruhrgebietskonferenz Pflege hat einen Forderungskatalog an Bund, Land und die Kommunen entwickelt. Welches sind die wichtigsten Punkte?

Claudius Hasenau, Geschäftsführer der APD Ambulante Pflegedienste Gelsenkirchen GmbH und Sprecher der Ruhrgebietskonferenz Pflege

Das Thema Pflege ist auf der Ebene des Bundes durch verschiedene Gesetze und die Konzertierte Aktion Pflege von drei Ministerien ganz oben auf die politische Agenda gesetzt worden. Das war nicht immer so, und wir begrüßen diese Entwicklung. Vieles ist geschehen, einiges hat Wirkung gezeigt, vieles ist aber auch verpufft und nicht in der Praxis unserer Einrichtungen angekommen.

Forderung an den Bund: Reform der Pflegeversicherung
Die Ruhrgebietskonferenz Pflege hat zwei zentrale Forderungen an die Bundesregierung. Die wohl wichtigste ist die nach einer grundlegenden Reform der Pflegeversicherung. Es kann nicht länger verantwortet werden, dass sämtliche Kostensteigerungen letztendlich von den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen getragen werden.

In diesem System werden Pflegebedürftige und Pflegekräfte gegeneinander ausgespielt. Das muss ein Ende haben. Die meisten Pflegebedürftigen wünschen sich, dass Fachkräfte angemessen und auskömmlich verdienen. Gleichzeitig sind vielen Familien aber kurzfristige Kostensteigerungen, mitunter von mehreren hundert Euro, gerade im Ruhrgebiet nicht zuzumuten. Immer mehr Kommunen, die ebenfalls klamm sind, müssen regelmäßig „Hilfe zur Pflege“ – also finanzielle Unterstützung – leisten. Das wiederum führt zu einem enormen Anstieg der kommunalen Sozialleistungen. Diese Katze beißt sich in den Schwanz.

2019 brauchen wir deshalb zwingend eine radikale Reform der Pflegeversicherungen. Vorschläge liegen bereits auf dem Tisch. Steuerzuschüsse durch den Bund sind eine Möglichkeit, höhere Sozialabgaben zur Pflegeversicherung durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber eine andere. Die Ruhrgebietskonferenz Pflege setzt sich jedoch für einen grundsätzlichen Paradigmenwechsel in der Pflegeversicherung ein. Es geht uns nicht darum, einfach mehr Geld ins System zu spülen, sondern um einen Systemwechsel. Wir wollen, dass die bisherige Pflegeversicherung zu einer Pflegevollversicherung mit fixem Eigenanteil an den Pflegekosten. Bisher übernimmt die Pflegeversicherung ja lediglich einen fixen Anteil an den Pflegekosten. Die höheren Kosten für Pflege und Betreuung, Kostensteigerungen durch neue Qualitätsvorgaben sowie durch Investitions- oder Unterkunftskosten sind von den Pflegebedürftigen oder – wenn diese die Kosten nicht mehr schultern können – durch den örtlichen Sozialhilfeträger zu zahlen. Der Paradigmenwechsel, den wir befürworten, sieht hingegen vor, dass die Pflegekasse alle notwendigen Kosten übernimmt und dem Versicherten nur noch einen festen, gesetzlich festzulegenden Eigenanteil berechnet.

Forderung an den Bund: Mehr Durchlässigkeit zwischen ambulant und stationär
Die zweite Forderung der Ruhrgebietskonferenz Pflege an den Bund betrifft eine stärkere Durchlässigkeit der Sektorengrenzen zwischen ambulanter und stationärer Pflege. Wir brauchen in Zukunft eine Pflege, die nach dem Prinzip „Wohnen und Pflege“ organisiert wird. Nicht die Wohnform soll die Versicherungsleistung bestimmen, sondern der jeweilige individuelle Bedarf. Auch hier ist ein Einstieg in einen Systemwechsel aus unserer Sicht zwingend überfällig.

Forderung an das Land: Fehler im GEPA und in der DVO APG beseitigen
Mit dem Wohn-Teilhabe-Gesetz GEPA und der zugehörigen Durchführungsverordnung Altenpflegegesetz (DVO APG) haben wir erfahren müssen, dass diese Gesetzeswerke handwerklich unfassbar schlecht gemacht worden sind. Unter ihren Auswirkungen leiden alle Dienste, Einrichtungen und Pflegearbeitgeber in NRW. Das Gesetz hat uns nicht nur umfassenden, nicht refinanzierbaren bürokratischen Aufwand beschert und sich als Gelddruckmaschine für Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsunternehmen entpuppt, sondern auch dazu geführt, dass seine unklaren Regelungen Innovationen eher verhindern als fördern. Die fehlerhaften Entwicklungen aus dem GEPA und der DVO APG müssen schnellstmöglich korrigiert werden. Was wir stattdessen in der Pflege brauchen, ist eine langfristige, Legislaturperioden-übergreifende und verbindliche pflegepolitische Strategie des Landes. Wir brauchen weder Fesselungs- noch Entfesselungsgesetze, sondern verlässliche mittelfristige Planungsgrundlagen für Investitionen in die Pflegeinfrastruktur.

Forderung an die Kommunen: Schluss mit der Balkanisierung pflegepolitischer Rahmenbedingungen

Die Rahmenbedingungen für die Pflege sind in den Kommunen des Ruhrgebiets so ungleich wie noch nie. Das muss aufhören. Es darf für die Qualität der pflegerischen Versorgung eines pflegebedürftigen Menschen nicht länger entscheidend sein, wo er lebt. Es muss für einen Akteur in der Pflege von Kommune zu Kommune, von Landkreis zu Landkreis gleiche Bedingungen für Investitionen und Innovationen geben. Wir fordern, dass diese zunehmende Balkanisierung der pflegepolitischen Rahmenbedingungen in den Kommunen des Ruhrgebiets schnellstmöglich beendet wird.

Die Ruhrgebietskonferenz Pflege sieht die Kommunen als Gestaltungspartner für eine gute pflegerische Versorgungsstruktur. Es muss gelingen, dass die Qualität und die Quantität der Versorgungsstruktur nicht länger von der jeweiligen kommunalen Kassenlage abhängig sind. Wir brauchen dringend einheitliche und verlässliche Rahmenbedingungen für die Gestaltung von Leistungs-, Qualitäts- und Vergütungsvereinbarungen für innovative Wohn- und Betreuungsangebote. Das gilt auch für einheitliche, nachvollziehbare und verlässliche Bedarfs- und Planungsverfahren für alle Wohn- und Versorgungsformen für ältere und hilfebedürftige Menschen.

5. Wie soll die Arbeit der Ruhrgebietskonferenz Pflege weitergehen?

Roland Weigel, Unternehmensberater und Strategieentwickler, Geschäftsführer der Konkret Consult Ruhr (KCR), Koordinator der Ruhrgebietskonferenz Pflege

Wir wollen durch den Aufbau einer Netzwerkagentur aktiv Einfluss nehmen auf die öffentliche Diskussion über Pflege im Ruhrgebiet, aber auch auf die Akquise von Projekten und Fördermitteln für unsere Heimatregion. Wir sind es einfach leid, dass das Ruhrgebiet wegen seiner Zerrissenheit zwischen unterschiedlichen Verwaltungseinheiten bei der Vergabe von Zukunftsprojekten ständig den Kürzeren zieht. Fördermillionen werden stets „paritätisch“ auf das Land NRW verteilt. Der eine Batzen Geld geht ins Rheinland, ein anderer nach Westfalen. Das Ruhrgebiet – stets auf der Grenze – muss mit anderen Zentren wie Bielefeld, Münster, Düsseldorf, Köln oder Aachen teilen und kommt in diesem Wettstreit ständig zu kurz. Damit muss Schluss sein. Die Resonanz auf unsere Arbeitgeberinitiative zeigt: Die Pflegeunternehmen im Revier sehen es genauso.

Die Aufgabe der kommenden Monate wird sein, intern eine gemeinsame Weiterentwicklung durch Workshops und Seminare mit Blick auf eine selbstbewusste und zukunftsorientierte Pflege im Ruhrgebiet zu ermöglichen. Wir sind bereits dabei, Kooperationspartner zu gewinnen – in den Ministerien, in der Wohnungswirtschaft, bei den Kostenträgern. Direkt nach unserem Kickoff-Kongress gab es ein Kennenlerntreffen auf Einladung des NRW-Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales mit wichtigen Entscheidungsträgern, bei dem erste Schritte vereinbart wurden. Dazu gehörte u.a. eine Einladung zur Mitwirkung bei der „Ruhr-Konferenz Pflege“ am 1. Juli 2019, die Terminfindung für eine Gesprächsrunde mit Akteuren aus der Praxis und ein vertiefender Erfahrungsaustausch im Bereich Personalgewinnung und Ausbildung (z.B. „Wir können Pflege“ oder „Gute Arbeit – gute Pflege“). Der nächste Termin widmet sich einem Ideenaustausch über mögliche Verbundprojekte mit der ehemaligen NRW-Pflegeministerin Barbara Steffen in ihrer neuen Funktion als Leiterin der NRW-Landesvertretung der Techniker-Krankenkasse.

Unser erklärtes Ziel ist es, Projekte und Fördermittel für Pflege ins Ruhrgebiet zu holen. Diese sollen für Verbundprojekte eingeworben werden, auf die die Mitglieder der Ruhrgebietskonferenz Pflege den ersten Zugriff erhalten. Uns ist wichtig, dass Pflegeunternehmen, die sich seit Jahren engagieren, in der ersten Reihe stehen, wenn es um die Teilnahme an geförderten Zukunftsprojekten geht. Bei der Umsetzung der Vorhaben wollen wir sie begleiten und unterstützen, damit die Ergebnisse der Projekte die öffentliche Aufmerksamkeit erhalten, die ihnen zusteht.

6. Wie soll der angekündigte Imagewechsel für die Pflege im Ruhrgebiet gelingen?

Susanne Schübel, Redakteurin, Geschäftsführerin des JournalistenBüros Herne und Koordinatorin der Ruhrgebietskonferenz Pflege

Tue Gutes und rede darüber. So abgedroschen dieser Satz auch klingt, so richtig und wichtig ist er – gerade für die Pflege. Aufgabe der Ruhrgebietskonferenz Pflege ist es, als Vernetzungsagentur dafür zu sorgen, dass möglichst viele Menschen nicht nur im Ruhrgebiet auf allen uns zur Verfügung stehenden Kanälen von der Bereitschaft der Pflegeunternehmen zur Innovation erfahren. Leider tut sich die Pflege oft schwer, selbstbewusst von ihren Leistungen und Initiativen zu sprechen. Das werden wir ändern. Die Ruhrgebietskonferenz Pflege gibt ihren Mitgliedern und damit der Pflege im Revier eine mutige, vernehmbare Stimme.

Ab Mitte des Jahres werden wir die aktive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit durch einen Online-Schwerpunkt ergänzen – nicht nur im Web und auf Facebook werden wir zu finden sein, sondern auch auf Xing und YouTube. Wir werden uns dem Thema Corporate Publishing widmen und über Zeitungsbeilagen nachdenken. Auch die Erstellung eines Weißbuches Pflege im Ruhrgebiet, das „best practice“ im Bereich der Unternehmen, Macher*Innen und Projekte beschreibt, ist in der Planung.

Die Erfahrungen, die wir bei der gelungenen Kickoff-Kongress machen konnten, werden wir mit einer regelmäßigen Jahreskonferenz des Netzwerkes fortsetzen, bei der wir uns eine Vergabe von Auszeichnungen für exzellente Leistungen gut vorstellen können. Netzwerkintern wollen wir Arbeitskreise für die Öffentlichkeitsabteilungen unserer Mitglieder ins Leben rufen, um sie dabei zu unterstützen, ihre Leistungen und Projekterfolgte auch selbst medial zu präsenteren.

7. Wie will die Ruhrgebietskonferenz Pflege ihre Arbeit finanzieren?

Susanne Schübel und Roland Weigel, Koordinatoren der Ruhrgebietskonferenz Pflege

Im Mai 2019 werden sich die Mitgliedsunternehmen der Ruhrgebietskonferenz Pflege erneut treffen, um die Ergebnisse des Kickoffs im Frühjahr zu bewerten und weitere Schritte zu vereinbaren. Dieser Schritt wurde aus eigener Kraft gestemmt. Dabei ist es gelungen, überzeugend darzustellen, warum das Ruhrgebiet ein solches Netzwerk braucht.

Die Ruhrgebietskonferenz ist eine Arbeitgeberinitiative und wird von den Unternehmen der Pflegewirtschaft finanziert. Eine öffentliche Finanzierung für die Kernaufgaben wird nicht angestrebt. Wir schließen nicht aus, dass für die Übernahme zusätzlicher Aufgaben und Leistungen weitere Ressourcen über Fördermittel oder (Social-)Sponsoring eingeworben werden.

Grundsätzlich aber beteiligen sich die Mitglieder der Ruhrgebietskonferenz durch Bereitstellung finanzieller Mittel an den Kosten für die Koordinations-, Vertretungs- und Kommunikationsleistungen. Dazu schließt jeder Arbeitgeber eine individuelle Dienstleistungsvereinbarung ab. Die Idee ist, dass die Mitglieder der Konferenz die Netzwerkagentur mit einem Jahresbeitrag unterstützen. Dieser berechnet sich nach der Zahl der Vollzeitkräfte im Unternehmen und ist so gestaffelt, dass sich auch kleine und mittlere Pflegedienste eine Teilnahme erlauben können.

So werden Unternehmen mit weniger als 20 Vollzeitkräften einen Monatsbeitrag von 125 Euro zahlen. Gestaffelt geht es weiter über 250 Euro (21 – 100 VK), 350 Euro (101 – 250 VK), 425 Euro (251 – 500 VK) und 575 Euro für alle Unternehmen mit mehr als 500 VK.

 

(Stand: April 2019)

 

 

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