Veröffentlicht am 7. Juni 2026 von RKP

Die geplante Pflegeneuordnung bedeutet die Ausbeutung von Beschäftigten in der ambulanten, teilstationären und Langzeitpflege

In den letzten Tagen ist schon viel über die als „alternativlos“ dargestellte Pflegeneuordnung diskutiert worden und das ist gut so. Der Entwurf zum PNOG ist für die Arbeitgeber der Ruhrgebietskonferenz-Pflege und des Netzwerks ZukunftPflege NRW der Gipfel an Zynismus und Geschichtsvergessenheit einer Bundesregierung, die Reformen mit Rückbau verwechselt.

Helmut Wallrafen, jahrelang Geschäftsführer der Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach und aktuell Sprecher des Arbeitgebernetzwerks „ZukunftPflege NRW“ hat das in seinem „Tacheles-Statement“  so zusammengefasst:

Nach Einführung der Pflegeversicherung dauerte es noch mehr als 25 Jahre bis es zu einer (zumindest) angeglichenen Tarifverpflichtung für die Pflegearbeitgeber kam. Es ist gerade einmal vier Jahre her, dass dies umgesetzt wurde und nun setzt die zuständige Bundesgesundheitsministerin dies wieder aus. „Auf dem Rücken der Beschäftigten“ wird hier Sparpolitik seitens der Politik betrieben! Es gilt zu beobachten, welchen Widerstand nun Gewerkschaften und Berufsverbände öffentlich leisten. Es soll nach 31 Jahren alles effektiver werden und dies durch die Steuerung der Pflegekassen, was in der Vergangenheit schon nicht funktioniert hat.

Das Gesetz sah bei der Einführung die völlig richtigen Gesichtspunkte „ambulant vor stationär“ und „Prävention vor Rehabilitation, vor Pflege“ vor. 31 Jahre später will Frau Warken dies nun umsetzen.

Wäre „Prävention vor Reha vor Pflege und ambulant vor stationär“ von der Politik und den Pflegekassen inhaltlich konsequent umgesetzt worden, gäbe es die heutigen wirtschaftlichen Probleme nicht!

Wie immer baden dieses politisch-administrative Versagen die betroffenen Beschäftigten und die Pflegebedürftigen aus. Für die Arbeitgeber in der Altenpflege ist schon jetzt absehbar, dass die „Flucht der Beschäftigten“ weitergehen wird. In der Praxis wird dies zu, auch noch medial aufbereiteter, schlechterer Pflege führen, die dann -von auch weiterhin tariflich entlohnten- Mitarbeitenden der Heimaufsichten und des Medizinischen Dienstes festgestellt wird. Es hat schon etwas von Zynismus was hier geschieht.

Bild: Helmut Wallrafen, langjähriger Geschäftsführer der Sozial-Holding Mönchengladbach und Sprecher von ZukunftPflege NRW