Veröffentlicht am 28. Oktober 2026 von RKP
Ruhrgebietskonferenz-Pflege unterstützt Protest der ambulanten Pflege gegen das PNOG
„Pflege braucht Zugang!“ – Ruhrgebietskonferenz-Pflege solidarisiert sich mit Demonstrationsaufruf der LfK-Kreisverbände für den 5. November in Düsseldorf
Ruhrgebiet/NRW, 28. Oktober 2026. Die Ruhrgebietskonferenz-Pflege (RKP) unterstützt den Demonstrationsaufruf der LfK-Kreisverbände Recklinghausen und Gelsenkirchen. Unter dem Motto „Pflege braucht Zugang!“ wollen ambulante Pflegedienste und Tagespflegen am 5. November mit einem Autokorso in Düsseldorf gegen ihren geplanten Ausschluss vom Sozialraumbudget im Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) protestieren.
Die Forderung der Initiatoren ist eindeutig: Das Sozialraumbudget muss auch für ambulante Pflegedienste und Tagespflegen geöffnet werden.
Die Ruhrgebietskonferenz-Pflege teilt die Kritik an der vorgesehenen Regelung. Ausgerechnet diejenigen Dienste und Einrichtungen, die seit Jahrzehnten pflegebedürftige Menschen in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld versorgen, sollen von einem neuen Finanzierungsinstrument für sozialraumorientierte Unterstützung ausgeschlossen bleiben.
„Wer Sozialraum sagt, darf die vorhandenen Versorgungsstrukturen nicht ausgrenzen,“ unterstreicht Christian Westermann als Sprecher der Ruhrgebietskonferenz-Pflege und führt weiter aus: „Ambulante Pflegedienste und Tagespflegen sind vielerorts das Rückgrat der wohnortnahen Versorgung. Sie kennen die Menschen, ihre Lebensumstände und die örtlichen Unterstützungsbedarfe.
Diese Kompetenzen bei der Gestaltung neuer Versorgungsangebote außen vor zu lassen, widerspricht dem Anspruch einer bedarfsgerechten und vernetzten Pflege.“
Die RKP warnt zugleich davor, mit dem Sozialraumbudget neue Parallelstrukturen zu fördern, während bestehende professionelle Angebote unter wachsendem wirtschaftlichem Druck stehen. Eine zukunftsfähige Pflegeversorgung braucht keine künstlichen Grenzen zwischen professioneller Pflege, niedrigschwelliger Unterstützung und bürgerschaftlichem Engagement. Entscheidend muss sein, welche Leistungen Menschen benötigen und wie diese vor Ort sinnvoll miteinander verbunden werden können.
Christian Westermann: „Wir brauchen weniger Säulen und mehr gemeinsame Versorgung – keine neuen Ausschlussmechanismen.“ Die RKP fordert deshalb eine Überarbeitung der vorgesehenen Zugangsregelungen und einen offenen Dialog über die Einbindung bestehender Dienste und Einrichtungen.
Die von Christian Ufer, Carsten Krätschmer und Karsten Kalinowski für die LfK-Kreisverbände Recklinghausen und Gelsenkirchen organisierte Protestaktion setzt diese Kritik öffentlich sichtbar fort.
Die Demonstration findet am Donnerstag, 5. November 2026, von 13:30 bis etwa 16:00 Uhr in Düsseldorf statt. Geplant ist ein Autokorso mit Sammelpunkt an den Rheinterrassen, einer Fahrt in Richtung Landtag und anschließender Rückkehr.
Interessierte Pflegedienste und Tagespflegen können ihre Teilnahme mit Angabe des Unternehmens und der Anzahl der Fahrzeuge bis zum 1. November unter kreisverband@pflegedienst-arteclean.de anmelden.
Die Ruhrgebietskonferenz-Pflege begrüßt, dass die betroffenen Leistungserbringer ihre Forderungen gemeinsam öffentlich vertreten, und unterstützt den Aufruf der Kreisverbände. Weitere Informationen und Video der Initiatoren: https://www.youtube.com/watch?v=NKyCul3SrvE